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faustball
  Schweizer Faustballer vergeben erneut Matchball

Innert einer Woche trafen die Schweizer Faustballer bereits zum
zweiten Mal auf den amtierenden Weltmeister Brasilien. Wie in Jona waren die
Eidgenossen auch in Widnau nahe an einer Überraschung.

WIDNAU. Die Schweizer begannen mit dem Angriffsduo Cyrill Schreiber
(Widnau), Urs Lenzlinger (Rickenbach-Wilen) und dem Abwehrtrio Manuel Sieber
(Widnau), Elmar Bonetti (Elgg) und Marcel Eicher (Rickenbach-Wilen). Und
diese Zusammenstellung entpuppte sich als eine kompakte und harmonische
Einheit. Insbesondere der Widnauer Spieler und Junior im Team, Cyrill
Schreiber präsentierte sich an diesem Abend in abslouter Topform.
Insbesondere seinen langen Aufschläge setzte er exakt auf die hintere Linie.
Und damit bekundeten die Brasilianer grosse Mühe und gerieten mit 1:6
deutlich ins Hintertreffen. Erstaunlicherweise konnte der Weltmeister darauf
nicht reagieren, obwohl sie keinen einzige Eigenfehler zu verzeichnen
hatten.
Nach dem 20:14-Teilerfolg begann der zweite Spielabschnitt ausgeglichener.
Erst kurz vor Satzmitte lag der Weltmeister mit drei Punkten voran. Es
sollte das letzte Mal sein. Bereits bei Zehn war ihr Vorsprung aufgebraucht
und kurz danach lagen die Platzherren ihrerseits mit zwei Punkten voran. In
dieser Phase spielten die Brasilianer keineswegs schlecht. Im Gegenteil,
nach einem anfänglichen Serviceduell zwischen Schreiber und Schuch mit
insgesamt 13 direkten Anspielpunkten, mussten die Nerven, Routine und
insbesondere die Präzision im Service über Sieg und Niederlage entscheiden.
Beim Spielstand von 19:18 für die Schweizer, hatte das Team um
Nationaltrainer Koni Keller gar einen Matchball. Doch die Brasilianer
standen in dieser Phase perfekt in der Abwehr. Zudem kam ab dem zweiten Satz
das Zuspiel perfekt auf Ausnahmeathlet Georges Schuch, welcher mit seinem
attraktiven Spiel am Netz das Publikum einmal mehr verzauberte. Der
Junioren-Internationale Cyrill Schreiber seinerseits schlug vier Bällen in
Serie auf denselben Abwehrspieler. Doch dieser stand sicher und spielte zu
diesem Zeitpunkt fehlerfrei. Brasilien gewann so knapp den zweiten Abschnitt
in dessen Verlängerung mit 22:20.
Der Entscheidungssatz glich dem Spielbeginn. Einzig die Vorzeichen wurden
inzwischen vertauscht. Die Eidgenossen wurden diesmal regelrecht vorgeführt
und machten zudem zu viele Eigenfehler. Nachdem das Timeout nicht fruchtete,
brachte Nationaltrainer Koni Keller Christoph Zehnder (Elgg) für Schreiber,
Oliver Lang (Elgg) für Lenzlinger und Michael Eigenmann (Widnau) für Eicher.
EM-Pikettspieler Eigenmann spielte für den verletzten Thomas Hungerbühler.
Dessen Verletzung ist jedoch nicht schwerwiegend, so dass er in zwei Wochen
im Dress der Schweizer um eine EM-Medaille mitkämpfen kann.
Zurück zum Spiel - die drei neuen Spieler kamen nie in den Bereich ihres
Potential. Der Weltmeister nahm das Geschenk an und erspielte sich einen
ungefärdeten 20:12 Erfolg. Wie in Jona, wo die Schweizer gar zwei Matchbälle
vergaben, wurde Brasilien gezwungen, einen Gang höher zu schalten. Dies war
in den vergangenen Jahren nie der Fall und verdeutlicht die
Leistungssteigerung bei den Schweizern.

Fazit der EM-Generalprobe:
Die Schweizer haben zweifellos einen deutlichen Schritt nach vorne getan.
Koni Keller kann vielleicht bereits in diesem Jahr erste Früchte seiner
Arbeit ernten. Dazu muss an der EM entweder Österreich oder Deutschland
geschlagen werden. "Wir besitzen zwei Matchbälle. Einen gilt es davon zu
verwerten. Dann liegt das Zückerchen "Endspiel" auf unserem Dessertteller."
Koni Keller freut sich sichtlich auf die bevorstehende Europameisterschaft.
Er weiss, dass die Schweizer in diesem Jahr eine Überraschung schaffen
können. Sein Team ist deutlich näher an Österreich und insbesondere
Deutschland herangerückt und reist nicht nach Erlangen, um einfach die
Bronzemedaille abzuholen ...


Schweiz - Brasilien 1:2 (20:14, 20:22, 12:20)


Daniel Frei

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