Mit den Schlussplätzen 14 für den Leichtgewichts-Vierer ohne und 19 für den Leichtgewichts-Doppelzweier nahmen im C-, respektive D-Final die diesjährigen Ruder-Weltmeisterschaften für die beiden Männer-Boote des Schweizerischen Ruderverbandes (SRV) einen frühzeitigen Abschluss. Im Gegensatz zu den Weltmeisterschaften 2002 auf dem Rotsee in Luzern und zur diesjährigen Weltcupsaison vermochten sich die Schweizer in Sevilla resultatmässig nicht zu steigern; ihr Abschneiden blieb unerwartet blass. Die nächsten Wochen werden von der Verbandsleitung ein gerütteltes Mass an Analyse verlangen, damit die in Andalusien eingesetzten jungen Athleten mit Zukunftspotenzial den in Sevilla erlittenen Rückschlag - speziell in emotionaler Hinsicht - verdauen.
Während sich der leichte Vierer ohne mit Stephan Steiner/Mathias Binder/Frédéric Hanselmann/Sébastien Scheidegger im Ausscheidungsrennen um die Qualifikation für den C-Final (Plätze 12 - 18) hinter den Spaniern auf dem 2. Platz klassierte und dabei die Japaner in den D-Final verwies, mussten sich die Leichtgewichtler Tim Eichmann/Silvan Aerni im Doppelzweier von den Franzosen, den Türken und den Irländern geschlagen geben. Wie dramatisch der Rennverlauf war, zeigen die Zeitdifferenzen. Auf den Sieger aus Frankreich verloren die beiden Schweizer nur gerade 1,26 Sekunden; auf den dritten Platz der Iren fehlten lediglich 8/100 Sekunden. Wie hoch das Niveau in dieser Olympia-Bootsklasse ist, beweist übrigens das Abschneiden der Franzosen. Immerhin hatten Fabrice Moreau/Thibaud Chapelle vor einem Jahr in Luzern als 3. noch auf dem WM-Siegerponton gestanden; in Sevilla hatten sie um die Ränge 13 - 18 zu kämpfen.
Im C-Final zeigte der Steiner-Vierer eine engagierte Leistung, die mit der zweitbesten Laufzeit hinter den Holländern und damit dem 14. Schlussrang honoriert wurde. Auch hier fiel die Entscheidung äusserst knapp aus: Auf de Groot/Dormans/Spaans/Snijders verloren die Schweizer 1,65 Sekunden, hingegen konnten sie die Portugiesen dank einem starken Endspurt noch um 12/100 Sekunden auf Platz 3 verweisen. Auch wenn die Zeiten bei den in Sevilla unterschiedlichen Bedingungen kaum allein zur Analyse herangezogen werden dürfen, fällt doch auf, dass die Schweizer im C-Final ihr schnellstes Rennen auf dem Guadalquivir fuhren.
Tim Eichmann und Silvan Aerni, die Drittplatzierten der U-23-Meisterschaften von Genua, beendeten den für sie ungewohnten D-Final als Sieger. In der Gesamtabrechnung blieb damit für das Team der 19. Platz. Beide Athleten wie auch Trainer Ueli Bodenmann sprachen von einer Enttäuschung, die emotional erst noch zu verarbeiten sei.
Während die Schweizer Herren somit die Boote am drittletzten Tag der Fisa-Welttitelkämpfe bereits auf den Bootsanhänger verladen mussten, steht für Pamela Weisshaupt im Leichtgewichts-Skiff am Samstag der B-Final auf dem Programm. Nach wie vor plagt sich die Athletin vom SC Küsnacht mit einer Erkältung herum.
Erfreuliches gibt es hingegen in Zusammenhang mit dem am Montag schwer verunfallten Nationaltrainer Duncan Holland zu berichten. SRV-Headcoach Holland konnte am Freitagnachmittag das Spital verlassen und ins Mannschaftshotel der Schweizer Teams verlegt werden.Anfang nächster Woche wird der Neuseeländer in die Schweiz zurückkehren - beide Arme im Gips.
SCHWEIZERISCHER RUDERVERBAND
Ressort Kommunikation SRV
Markus Köchli