Der Rummel bleibt klein, aber die gesammelten
Erfahrungen und Erlebnisse sind gross und bleiben ewig. Der Grenchner Elite
Kajak Fahrer Beat Mosimann tritt zurück. Obwohl der Kanusport nicht zu den Top-Sportarten
gezählt werden kann, ist der Name Mosimann in der Kanuszene wie auch in der
Stadt Grenchen bekannt resp. bekannt geworden. In den Medien erfuhren
wir Grenchner doch regelmässig von nationalen und internationalen
Ergebnissen und Erfolgen von Beat Mosimann. Er fuhr vier Jahre für
Nationalteam des Schweizer Kanuverbandes. Aber wie schon manches Wasser die
Aare heruntergeflossen ist, floss auch im Leben von Beat Mosimann in
den vergangenen Jahren viel Wasser. Nun hat Beat Mosimann den Rücktritt aus
dem Spitzensport bekannt gegeben. Aber fliessendes Wasser wird nicht einfach
still und Beat Mosimann wird sich nicht auf das Trockene setzen, sondern nun
vermehrt die beruflichen Ziele weiterverfolgen und seine sportlichen
Erfahrungen den jungen Nachwuchsfahrern weitergeben. Mit 12 Jahren die Natur und das Kanufahren entdeckt Vor 15
Jahren besuchte sein Freund einen Kanuschnupperkurs, der im Schulsport
der Stadt Grenchen angeboten wurde. Der Kurs hinterliess beim Freund Spass
und Freude, so dass er unbedingt seinen Freund Beat dabeihaben wollte. Schon
bald hatte auch Beat den Spass am ‚Bötlen’ und die Freude an der Natur
entdeckt. Beide träumten von wilden, abenteuerlichen Fahrten mit dem Kajak.
Trotz gelegentlichem Kentern mit dem Kajak wurde die Liebe zu diesem
Wassersport immer grösser und es hatte beiden den ‚Ärmel
hineingezogen’. Sie traten dem Kanu-Club Grenchen bei und trainierten von
nun an zusammen. Natürlich gehörten neben eisigen Trainingsstunden auch
gemütliche, abenteuerliche Ausfahrten dazu, ganz alleine paddelten die
beiden 12-jährigen eine Woche in einem offenen Canadier von Bern nach Brugg.
Ein kleiner Traum ging in Erfüllung und die Lust nach mehr wurde grösser... Doch es
ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, so auch nicht Beat Mosimann. Aber
seinem Ehrgeiz und seiner Zielstrebigkeit hat er viel zu verdanken. Und was
hart erarbeitet, wird auch belohnt. 1994 durfte Beat Mosimann an
den Junioren Schweizermeisterschaften auf das oberste Treppchen steigen. Vom
Kanufieber gepackt paddelte sich Beat Mosimann weiter nach oben. 1998 gelang
ihm der Sprung ins Nationalkader. Von nun an drehte sich in seinem
Leben alles um das Kanufahren. Mit diesem Entscheid wagte Beat Mosimann auch
den Schritt ins Profileben. Aber ein Randsportart-Profi lässt sich doch
nicht ganz ohne Nebenverdienst über Wasser halten. Sein Arbeitgeber erliess
aber Mosimann jeglichen Freiraum, so dass er Beruf und Spitzensport unter
einen Hut bringen konnte. Was oftmals schier undenkbar war - Arbeiten,
Trainieren, Wettkämpfe, Analysen in Magglingen, Erholung... - meisterte Beat
Mosimann mit Bravour. Dies sicherlich auch dank seinem familiären Umfeld,
welches ihn in allen Bereichen unterstützte, aufmunterte und stärkte. Die
Treppchen nach oben wurden schmaler und die Bedingungen und Anforderungen im
internationalen Zirkus härter. Das Billett für die Olympischen Spiele 2000
in Sydney lautete zwar nicht auf den Namen Mosimann, aber er durfte im
Sommer 2000 die Goldmedaille und den Titel des Schweizermeisters der Herren
Kajak Einer entgegennehmen. Aus den Medien entnahmen wir immer wieder die
unzähligen nationalen und internationalen Rennerfolge, wie zum Beispiel der
Einzelschweizermeistertitel, diverse Mannschaftstitel, die Bronzemedaille
mit der Mannschaft an der Europameisterschaft, Weltmeisterschaftsteilnahmen
und die unzähligen nationalen Siege usw. Medien wie Tele-Bärn und das
Schweizer Fernsehen wurden aufmerksam und liessen dank guten Resultaten der
Nationalmannschaft diese Randsportart für kurze Augenblicke aufleuchten. Einmal gefangen immer dabei Mit dem Rücktritt aus dem Spitzensport schliesst sich
in Beat Mosimanns Leben ein Kapitel mit vielen interessanten und
unvergesslichen Erlebnissen. Aber den Rücken wird er dem Kanusport nicht
zuwenden, es hat ihn mit 12 Jahren zu sehr gepackt. Er wird auf alle Fälle
seine Erfahrungen und sein Wissen weitergeben. Der Kanu-Club Grenchen hat in
den letzten Jahren einen Aufschwung an Nachwuchsfahrern verspürt und Beat
Mosimann, wie auch sein Bruder Thomas und der Kanadier Fahrer Ronnie
Dürrenmatt, haben dazu sicher auch einiges beigetragen. Wie auch Beat
Mosimann dem Kanufahren treu geblieben ist, hat es auch sein Freund
getan. Er hat zwar nicht den Weg des Spitzensportes gewählt, aber er ist
heute Wettkampftrainer und somit sind die beiden Freunde wieder ein Team,
resp. blieben es all die Jahre. Im
Namen des Kanu-Clubs Grenchen wünschen wir Beat Mosimann auf seinem neuem
Lebensweg mit etwas weniger turbulenten Gewässern alles Gute und für die
neuen beruflich ausgerichteten Ziele erfolgreiches Abschliessen. |