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radball
Verdienter Europacupsieg für Looser/Jiricek

Die Winterthurer Radball-Weltmeister Paul Looser und Peter Jiricek feiern
mit dem Gewinn des Europacups den grössten Erfolg nach der Weltmeisterschaft
im vergangenen Herbst.

von Daniel Frei

MOSNANG - 17. Mai 2003. Das zweitägige Turnier um die höchste Krone Europas
wurde für die Winterthurer Paul Looser und Peter Jiricek bereits in der
Vorrunde zur Nervenprobe. Der Radball-Weltmeister eröffnete das Turnier
gegen die St Galler Equipe aus St. Georgen und gab mit dem 6:1 gleich den
Tarif durch. Auch gegen das deutsche Team aus Edersleben dominierte der
Favorit das Spiel. Doch das Duo Looser/Jiricek verpasste es nach einer 2:0
Führung diese weiter auszubauen. Und beinahe ging es ins Auge. Die Gebrüder
Pfaffenberger, ein junges Team aus Deutschland, glichen eine halbe Minute
vor Schluss aus. Und als zehn Sekunden vor Schluss einen Abpraller den
Deutschen beinahe den Sieg brachte, waren die Winterthurer gar froh über den
Punktegewinn.


Zitterpartie gegen Brünn

Der Samstag begann mit einem 6:2 Erfolg gegen Lustenau und vor dem letzten
Gruppenspiel gegen Brünn (Tch) wussten die Winterthurer, dass ihnen ein
Unentschieden für die Finalrunden-Qualifikation reichen wird. Als die
Tschechen den 2:2 Ausgleich schossen, kam es jedoch noch zu einer hektischen
Schlussphase. Doch der stark spielende Torhüter Paul Looser war der
Grundstein des Erfolges und rettete mit zwei tollen Paraden in den letzten
Sekunden seinem Team den benötigten Punktegewinn. Damit waren die
Winterthurer und die Deutschen aus Edersleben im Final der besten Vier. Aus
der zweiten und vermeintlich schwächeren Gruppe kamen die WM-Vierten aus
Belgien und die Vorarlberger aus Höchst in Finalturnier. Da die Punkte aus
der Direktbegegnung mitgenommen wurden, starteten alle vier Teams mit je
einem Punkt zur Finalrunde.


Gegnerschaft dominiert

Was nun die Winterthurer am Samstagabend in Mosnang zelebrierten, war
Radballsport vom Feinsten. Und deutlich ersichtlich war ihre perfekte
Einstellung auf den jeweiligen Gegner. Die Stunden des mentalen Trainings
und die zahlreichen Videoanalysen wurden sichtbar auf das Mosliger Parkett
gezaubert. "Wir dürfen gegen die Belger einfach nicht in Rückstand geraten,
denn dann sind sie schwierig zu schlagen", war die Botschaft des Trainers an
seine Schützlinge. Doch dieser Rückstand stand nie zur Diskussion. Nach dem
Führungstreffer durch Jiricek doppelte Looser noch in den ersten sieben
Minuten nach. Die Winterthurer kontrollierten die Partie, wie es von einem
Weltmeister erwartet wird. Die Entscheidung fiel kurz nach der Pause, als
ein Corner zum 3:0 verwandelt wurde. Die Partie endete mit 4:1 und zwei
Punkten für die Schweizer. Die zweite Partie gegen Höchst begann mit einem
Paukenschlag. Vize-Weltmeister Rainer Schneider knallte den Ball bereits
nach acht Sekunden an das Winterthurer Gehäuse. Doch dies war es auch schon.
Mit 5:0 wurden die Österreicher förmlich an die Wand gespielt.


Looser/Jiricek feierte Triumph

Da Edersleben ebenfalls zwei Siege einspielte, kam es zum Entscheidungsspiel
über einmal sieben Minuten. Doch die Schweizer mussten nie um den
Titelgewinn zittern. Eine schöne Einzelaktion von Paul Looser in der dritten
Spielminute brachte die verdiente Führung. "Mir ging dieser Treffer vor dem
Spiel dreimal durch den Kopf und plötzlich stand ich vor dieser Situation -
ein tolles Gefühl!" Paul Looser war jedoch nicht der einzige Torschütze.
Sein Feldspieler Peter Jiricek erzielte in der Mitte der Partie durch einen
herrlichen Abstauber das 2:0. Der Ehrentreffer für die Deutschen fiel erst
fünf Sekunden vor Schluss und so feierte Looser/Jiricek nach dem
Weltmeistertitel im vergangenen Jahr erstmals den Gewinn des Europapokals.
Dieser Erfolg ist nach der WM-Krone der Prestigeträchtigste im Radballsport
und ging am vergangenen Samstag erst das zweite Mal in der 20-jährigen
Geschichte an eine Schweizer Mannschaft. Vor sechs Jahren waren es die
Pfungemer Peter Kern und Marcel Bosshart, welche den ersten Europapokal für
die Schweizer Radballszene gewannen. Die beiden anderen Schweizerclubs
Mosnang und St. Georgen belegten die Ränge 6 und 9. Mit diesem Erfolg bauten
die Winterthurer zudem ihre Führung in der WM-Selektionswertung aus und
bereits jetzt zweifelt niemand mehr an ihrer WM-Teilnahme, denn in der
Schweizermeisterschaft dominieren sie die Gegnerschaft nach belieben.
"Ihr werdet noch viel Freude an uns haben", sagte nach dem Gewinn der
Weltmeisterschaft im vergangenen Herbst Trainer Petr Jiricek. Am vergangenen
Samstag hatten die zahlreich erschienenen Zuschauer diesen Spass und feierte
die jungen Winterthurer Radballer ...


Daniel Frei
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