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Radball Weltklasse Winterthur

Schneider/Jiricek siegten überraschend

Peter Jiricek und Roman Schneider deklassierten die Weltmeister und gewannen verdient die Radball WM-Revanche in Winterthur.

von Daniel Frei / Sportjournalist.ch

WINTERTHUR - 17. Januar 2004. Wenn ein Duo zum ersten Mal zusammen spielt, dann darf nicht allzuviel erwartet werden. Wenn jedoch dies zwei talentierte Radballer tun, dann sind sie, selbst für einen favorisierten Weltmeister, unberechenbar. Am Samstagabend bei der weltweit bestbesetzten WM-Revanche wurde diese Affiche einmal mehr bestätigt. "Wenn ich mit Päuli Looser spiele, kennen die Gegner unsere taktische Spielweise. Mit Roman Schneider wussten wir selbst nicht einmal, was alles möglich ist." Der zweifache Weltmeister Peter Jiricek aus Winterthur musste mit Ersatz-Nationaltorhüter Roman Schneider aus Mosnang spielen, da sein Stammpartner Looser infolge einer Fussverletzung forfait geben musste. Doch bereits in den ersten Partien des Turniers um den 23. Löwencup des RV Stadt Winterthur wurde ersichtlich, dass die Schweizer mit den weltbesten und vor allem eingespielten Teams aus vier Nationen mithalten können. Vor der letzten Partie des Turniers war die Ausgangslage klar. Schlagen die Schweizer die frischgebackenen Weltmeister aus Brünn, dann gibt es ein Entscheidungsspiel. Bei einem Punktegewinn der Tschechen, sind die Weltmeister auch Sieger der prestigeträchtigsten WM-Revanche. Die Schweizer spielten taktisch sehr stark und schossen aus allen erdenklichen Positionen auf das gegnerische Tor von Jiri Hrdlicka. Diese Taktik ging auf und die rund 400 Zuschauer erlebten eine erste Halbzeit, welche dem Prädikat Weltklasse vollumfänglich gerecht wurde. Beim Spielstand von 7:1 für die Schweizer wurden die Seiten gewechselt. Der tschechische Trainer erkundigte sich bei der Jury bereits über den Modus bei Punktgleichheit. Klar das beide Teams ihre Kräfte in den zweiten Hälfte für das Entscheidungsspiel aufsparten. Mit 10:4 bezwangen Schneider/Jiricek die Weltmeister Hrdlicka/Berger.

Schönstes Abschiedsgeschenk

Die prominentbesetzte Halle erlebte einen Showdown - wie an der WM, an welcher erst das Penaltyschiessen die Entscheidung brachte. In Winterthur war dies nicht notwendig. Roman Schneider eröffnete das Score mit einem unhaltbaren Schuss ins hohe Toreck. "Ich hatte nicht geglaubt, dass dieser wirklich rein gehen kann." Doch die kleine Lücke wurde zum Erfolg ausgenutzt. In der Folge musste der Weltmeister mehr fürs Spiel tun und öffnete seine defensive Spielweise. Dies ermöglichte dem routinierten Winterthurer Doppelweltmeister Peter Jiricek die Chance, durch Konterspiel die Führung auszubauen. Mit 3:0 innert sieben Minuten gewannen Roman Schneider und Peter Jiricek überraschend, wenn auch verdient, die Radball Weltklasse Winterthur vor Weltmeister Tschechien und dem tschechischen Vizemeister Svitavka, welches den WM-Bronzemedaillengewinner Österreich hinter sich liessen. Mit nur einem Sieg erreichte der WM-Vierte Deutschland den fünften Schlussrang. Der Winterthurer Peter Jiricek machte damit dem zurücktretenden OK-Präsidenten Hanspeter Flachsmann das schönste Abschiedsgeschenk. Zudem war dies beste Werbung für die bevorstehenden Hallenradsport-Schweizermeisterschaften, welche am 16. Oktober 2004 in der Winterthurer Eulachhalle ausgetragen werden.

Resultate.

Schweiz - Tschechien 2                        3:5

Tschechien - Österreich                        7:2

Deutschland - Tschechien 2                        4:1

Schweiz - Österreich                        5:4

Tschechien - Deutschland                        5:4

Österreich - Tschechien 2                        5:5

Schweiz - Deutschland                        6:5

Tschechien - Tschechien 2                        5:3

Österreich - Deutschland                        4:3

Schweiz - Tschechien                        10:4

 

Entscheidungsspiel.

Schweiz - Tschechien                        3:0

 

 

Rangliste.

1. Schweiz (Schneider/Jiricek)       9 + 3 Pkt.

2. Tschechien (Hrdlicka/Berger)        9

3. Tschechien 2 (Hason/Loskot)            4 (-3)

4. Österreich (Lubetz/Schneider)      4 (-5)

5. Deutschland (Abel/Häuser)            3

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