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Vonarburg und Albrecht wie auch leichter Doppelzweier im Halbfinal, Achter hat noch zu beissen

Die zehn Schweizer Boote boten am diesjährigen Weltcup-Auftakt in München-Oberschleissheim in etwa die erwarteten Leistungen, mit leichter Tendenz hin zu Überraschungen. Auf der Positivseite verbucht werden die beiden Vorlauf- und Viertelfinalsiege von Skiffier André Vonarburg und der doch eher unerwartete Halbfinaleinzug von Fabiane Albrecht im leichten Frauen-Einer. Ebenfalls unter die letzten 12 schaffte es der leichte Männer-Doppelzweier Mario Gyr/Frédéric Hanselmann. Diese drei Boote bestreiten am Freitag ihre Halbfinals. Der neuformierte „Hochdorf“-Achter belegte in seinem Vorlauf den 5. Platz und hat deshalb heute den Hoffnungslauf zu bestreiten. Dies mit durchaus Chancen auf einen A-Final-Startplatz.

 

SRV. – Vonarburg, das Schweizer Ruder Aushängeschild der letzten Jahre, hat seine Position deutlich gefestigt, auch technisch hat der Sempacher seine Arbeit auf dem Wasser verfeinert. Sowohl im Vorlauf wie im Viertelfinal – einer versuchsweise eingeführten Neuerung im Rudersport in dieser Saison bei mehr als 25 Startenden – liess der Einer-Spezialist nichts anbrennen, zwei klare Laufsiege unterstrichen die Ambitionen Vonarburgs. Nur gerade auf den ersten 500 m gehörte er im Viertelfinal nicht zu den schnellsten Leuten, anschliessend hielt er sowohl den Bulgaren Ivo Yanakiev wie auch den Belgier Tim Maeyens auf Distanz. Echt gefordert wird der Schweizer nun aber im Halbfinal; für den Auftritt der letzten 12 hat sich alles qualifiziert, was in der Einer-Branche Rang und Namen besitzt, mit Viertelfinalsiegen der Deutsche Hacker, der Tscheche Synek und der Brite Campell. Mit dabei sind aber auch die beiden Holländer Hamburger und Lippits, der Norweger Tufte und der Spik. Verpasst haben den Anschluss hingegen der Italiener Sartori, der Österreicher Kreibich und der Finne Hasu.

Die Leichtgewichte untersteichen ihr Gewicht

Mit ihrem Sieg im Vorlauf und dem 2. Platz hinter der Kanadierin Tracy Cameron im Viertelfinal sorgte die Bernerin Fabiane Albrecht für einen weiteren Glanzpunkt im Schweizer Team. Immerhin eliminierte sie die Tschechin Daniela Nachazelova, die 2002 in München noch als Siegerin ausgerufen wurde und regelmässig auf den Siegerpodesten von Weltcuprennen auftaucht.

Ins gleiche positive Kapitel gehört der Auftritt des leichten Männer-Doppelzweiers Gyr/Hanselmann, der hinter Deutschland und Österreich im Vorlauf das direkte Weiterkommen verpasste, dann aber im Hoffnungslauf hinter den Griechen, aber noch vor den Franzosen und den Chinesen den Halbfinal-Einzug schaffte. Um eine Position (nötig gewesen wäre Rang 2) verpasste dies als Dritte in der gleichen Bootsklasse Schweiz 2 mit  Marco Senn/Mathias Lampart. Platz 5. im Vorlauf und vor allem Position 3 hinter Tschechien und China in der Repechage bedeuteten die Qualifikation für den C-Final.

Achter kanns schaffen, wenn …

Und der Schweizer Achter, der in Duisburg so überrascht hatte und jetzt erstmals auf höchster Ebene schnuppern durfte? Das Team um Trainer Alexander Ruckstuhl bot, auch wenn letztlich nur der 5. und damit letzte Vorlaufplatz resultierte, erfreulicheweise eine gefestigte Leistung. Gegen die Polen und die aktuellen WM-Zweiten aus Italien war der „Alpen“-Achter ohne Chancen, schon eher in Reichweite lagen hingegen die Grossboote aus Australien (mit nicht ganz 3 Sekunden Vorsprung) und aus Weissrussland (Vorsprung von einer haben Sekunde). Deutschland und Polen qualifizierten sich auf dem Direktweg für den Endlauf, für die restlichen 8 Boote wird der Hoffnungslauf zum Halbfinal. Ganz chancenlos auf eine Top-Überraschung sind die acht jungen Schweizer am Freitag nicht. Ihre Gegner sind die Australier, die Chinesen und die Briten; das Team von der Insel – zumal seit seinem Auftritt vor zwei Wochen in Duiasburg auf verschiedenen Positionen verstärkt - wird kaum in Reichweite des Ruckstuhl-Bootes liegen, anders sieht dies aus für die Australier und die Chinesen. Mit einem optimalen Rennen, etwas mehr Mut zum Risiko vor allem auf der ersten Rennhälfte und einer Spur Wettkampfglück könnten das neue SRV-Parade-Mannschaftsboot sogar bereits bei seiner Weltcup-Premiere den Einzug unter die besten 6 auf dem Münchner Olympiabecken schaffen.

Stofer/Niedermann gaben ein Versprechen ab

Auch wenn mit den Plätzen 2 (Vorlauf) und 4 (Hoffnungslauf) das Ziel Halbfinal verpasst wurde, verdient der neue Männer-Doppelzweier mit Florian Stofer und Reto Niedermann Kredit. Die Duos aus Estland, Deutschland und Italien (mit den WM-Zweiten Federico Gattinoni/Luca Ghezzi) schnappten dem Team vom Sempacher- und Zürichsee das Weiterkommen zwar weg, die Schweizer dürften aber bis Luzern den Anschluss finden und für positive Auftritte sorgen.

So wie Stofer/Niedermann werden auch Regina Naunheim im Frauen Skiff (5. im Vorlauf und 3. im Hoffnungslauf, damit Halbfinal um einen Platz verpasst), der leichte Vierer ohne mit Matthias Gnos/Simon Niepmann/Pierre Glauser/Marc Hafner als Schweiz 1 und Senn/Lampart im leichten Männer-Doppelzweier in den C-Finals zu starten haben.

Noch eine Stufe tiefer finden sich Schweiz 2 im leichten Vierer ohne (Silvan Zehnder/Thomas Weber/Ivo von Büren/Daniel Lukac) und Roland Altenburger/Stephan Koller (zweimal 4.) im Männer-Zweier-ohne; letztere gehören aber als Ergänzungsleute zum Schweizer Achter-Projekt und bestreiten diese internationalen Einsätze jeweils als Leistungstests.

Zu schaffen machten den über 750 Athletinnen und Athleten aus weit über 40 Nationen am Eröffnungstag der Münchner Weltcup-Regatte die Verhältnisse auf dem Olympiabecken in Oberschleissheim, wo im kommenden Jahr auch die Weltmeisterschaften ausgetragen werden. Der Morgen begann mit einem kräftigen Schiebewind, der am Nachmittag regelmässig mit Böen ergänztt wurde. Die Verhältnisse waren allerdings auf allen sechs Startbahnen in etwa gleich schwierig und deshalb nicht unfair.

 

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